Datenschutz & Consent

Pay or Okay

Consent or Pay: Einwilligung oder Bezahlabo

Kurz erklärt

Pay or Okay heißt: Besucher willigen in Tracking ein oder zahlen für eine werbe- und trackingfreie Version. Zulässig ist das nur unter strengen Bedingungen.

Auch bekannt als: Consent or Pay, Pay or Consent, Pur-Abo

Pay or Okay, international auch Consent or Pay genannt, ist ein Modell, bei dem Besucher einer Website zwei Wege haben: Sie willigen in Tracking und personalisierte Werbung ein, oder sie schließen ein kostenpflichtiges Abo ab und nutzen die Seite ohne Tracking. In Deutschland ist dafür auch der Begriff Pur-Abo verbreitet, vor allem bei Nachrichtenseiten.

Warum ist das Modell umstritten?

Eine Einwilligung nach DSGVO muss freiwillig sein. Kritiker argumentieren, dass von Freiwilligkeit keine Rede sein kann, wenn die Alternative Geld kostet. Befürworter halten dagegen, dass Inhalte finanziert werden müssen und ein faires Abo eine echte Wahl darstellt.

Was sagen Behörden und Gerichte?

  • EDPB Stellungnahme 08/2024: Der Europäische Datenschutzausschuss hält Pay or Okay bei großen Online-Plattformen in den meisten Fällen nicht für ausreichend. Er empfiehlt eine dritte, kostenlose Option mit weniger oder ohne personalisierte Werbung.
  • Meta und der Digital Markets Act: Im April 2025 hat die EU-Kommission gegen Meta eine Strafe von 200 Millionen Euro verhängt, weil das "Pay or Consent"-Modell gegen den DMA verstieß. Meta hat Rechtsmittel eingelegt. Seit Januar 2026 können EU-Nutzer bei Facebook und Instagram zusätzlich eine Variante mit weniger Daten und weniger personalisierter Werbung wählen.
  • Österreich: Berichten zufolge hat ein österreichisches Gericht im August 2025 das Pay-or-Okay-Modell von derStandard.at für unzulässig erklärt.
  • noyb: Die Datenschutzorganisation geht weiter gegen solche Modelle vor, 2026 etwa mit einer Beschwerde gegen den norwegischen Medienkonzern Schibsted.

Was bedeutet das für Werbetreibende?

Für die meisten Unternehmen, die Anzeigen schalten, ist Pay or Okay keine Option. Es betrifft dich aber indirekt: Wenn weniger Nutzer auf Facebook und Instagram personalisierte Werbung erlauben, stehen Meta weniger Daten aus der eigenen Plattform zur Verfügung. Conversion-Daten von deiner Website, die mit Einwilligung über den Meta Pixel oder die Conversions API übermittelt werden, gewinnen dadurch an Bedeutung.

Häufige Fragen

Ist Pay or Okay erlaubt?+

Das ist umstritten und hängt vom Einzelfall ab. Der Europäische Datenschutzausschuss verlangt in seiner Stellungnahme 08/2024 für große Plattformen in der Regel eine zusätzliche, kostenlose Alternative mit weniger Tracking. Für kleinere Anbieter fehlt eine abschließende Klärung.

Was hat Meta geändert?+

Die EU-Kommission hat Meta im April 2025 nach dem Digital Markets Act wegen seines Pay-or-Consent-Modells zu 200 Millionen Euro Strafe verurteilt. Meta hat dagegen geklagt und bietet EU-Nutzern seit Januar 2026 zusätzlich eine Option mit weniger personalisierter Werbung an.

Ist Pay or Okay für kleine Websites sinnvoll?+

Meist nicht. Das Modell lohnt sich vor allem für Verlage mit vielen Lesern. Für Werbetreibende ist ein fairer Cookie-Banner mit gleichwertigem Ablehnen-Button die übliche Lösung.

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